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Pleite-Bank Kaupthing: Island steht vor Milliardenforderungen aus Deutschland

Gläubiger aus 119 Ländern und eine Rückforderung von 7,3 Trillionen Kronen, was einer Summe von mehr als 43 Milliarden Euro entspricht. Unter dem Strich das Fünffache des BIP, des Bruttoinlandsprodukts, von Island. Rückt der kleine Inselstaat damit endgültig in die Richtung eines Bankrotts?

Bislang konnte der Staatsbankrott abgewendet werden durch Milliardenkredite aus dem Ausland und vom Internationalen Währungsfonds. Nachdem die Situation sich jedoch inzwischen viele Monate hinzieht, machen die Gläubiger aus aller Herren Länder dem kleinen Land langsam Druck.

Was viele jedoch nicht wissen: Bereits im Frühjahr 2008 gab es Gerüchte um eine Schieflage der drei großen isländischen Banken, die dann im Herbst des Jahres auch tatsächlich nach und nach von der Regierung Islands verstaatlicht wurden. In einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wurde noch im April 2008 der Leiter der deutschen Kaupthing-Niederlassung dahingehend zitiert, dass der isländische Staat gerade stehen würde, wenn die isländischen Banken nicht einmal die Einlagensicherung in Höhe von 20.887 Euro je Sparer würde aufbringen können.

Dann jedoch gingen die Kaupthing, die Landsbanki und die Glitnir in die Pleite und wurden von der isländischen Regierung verstaatlicht. Und dann begann eine Schlacht, die bis heute anhält – anders können die Wortgefechte, die von Island aus in die ganze Welt gingen, nicht genannt werden.

Jetzt geht dieser Kampf in die nächste Runde. Allein die Deutsche Bank verlangt für 50 verschiedene Einzelforderungen 5,3 Milliarden Euro von Island. Aber auch andere Banken aus Deutschland wollen Geld von Island. Insgesamt gibt es 28.000 Einzelforderungen aus den 119 Ländern, etwa die Hälfte davon stammt aus Deutschland. Neben der Deutschen Bank fordern auch die BayernLB, die WestLB, die Commerzbank, die HSH Nordbank, die Deka und die DZ Bank Geld. Um die 22 Milliarden Euro soll in Island angelegt worden sein – der Großteil als Tagesgeld oder Festgeld.

Es sind also nicht nur die Geysire in Island, die heiß sind, sondern auch sonst ist sehr dicke Luft angesagt. Da der isländische Staat sich sperrt gegen Zahlungen an die Niederlande und Großbritannien, blockiert sich das kleine Land selbst. Durch die nicht enden wollenden Diskussionen und die starre Haltung der Isländer hält der Internationale Währungsfonds, der IWF, den zweiten Teil des längst bewilligten Notkredits zurück. Und Island bringt sich selbst immer mehr ins Aus. Auch mit der Aufnahme in die Europäische Union war es das wohl für die Isländer. Durch die Streitereien mit Großbritannien und den Niederlanden ist davon auszugehen, dass beide Länder im Falle eines Aufnahmeantrags durch Island mit Nein stimmen werden. Da jedoch für die Aufnahme in die EU alle Mitgliedsländer mit Ja stimmen müssen, bleibt Island weiter außen vor.

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