Volkswagen Bank Kombi-Invest im Test
Neben ihrem Tagesgeldkonto bietet die Volkswagen Bank seit einiger Zeit ein Kombiprodukt namens „Kombi-Invest“ an. Dabei handelt es sich um eine kombinierte Anlageform mit zwölf Monaten Laufzeit, bei welcher das Geld der Anleger wie folgt aufgeteilt wird:
- 50 Prozent: Plus Sparbrief Premium
- 50 Prozent: Investmentfonds, z.B. SEB ImmoInvest
Die Mindestanlage beträgt 5.000 Euro, also 2.500 Euro für jedes der beiden Produkte.
Verzinsung des VW Bank Kombi-Invest
In großer Schrift wirbt die Volkswagen Bank bei dem Sparbrief mit 5 Prozent Zinsen pro Jahr. Die Rendite der anderen – in den Investmentfonds fließenden – 50 Prozent des angelegten Geldes muss man schon etwas länger suchen. Im Falle des SEB ImmoInvest beläuft sie sich auf 5,97 Prozent pro Jahr seit dessen Auflegung am 02.05.1989 und kann – da es sich um einen offenen Immobilienfonds handelt – für die nächsten zwölf Monate nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden. Der Einfachheit halber unterstellen wir an dieser Stelle jedoch, dass Anleger dieselbe Wertentwicklung – also 5,97 Prozent – erzielen würden.
Kommen wir jetzt zum Kleingedruckten: die Volkswagen Bank behält für den Fondsanteil 5,25 Prozent Ausgabeaufschlag ein und das nicht nur beim SEB ImmoInvest, sondern auch bei allen anderen möglichen Fonds beträgt der Ausgabeaufschlag zwischen 4,50 und 6,38 Prozent! Und jetzt fangen wir einmal an, zu rechnen:
- Rendite beim Sparbrief: 5,00 Prozent
- Rendite beim SEB ImmoInvest: 5,97 Prozent
- Ausgabeaufschlag SEB ImmoInvest: 5,25 Prozent
Will ein Anleger nun 10.000 Euro investieren, so werden 5.000 Euro davon auf dem Sparbrief angelegt und 5.000 Euro fließen in den SEB ImmoInvest, richtig? Nicht ganz, denn vom Fondanteil geht erst noch der Ausgabeaufschlag und – abhängig von weiteren Transaktionen sowie der Anlagesumme – bis zu 23,40 Euro pro Jahr Depotgebühren ab, welche wir hier schon einmal ausklammern wollen. Zieht man den Ausgabeaufschlag ab, werden 4.750,59 Euro in den SEB ImmoInvest angelegt. Die Rechnung schaut nun wie folgt aus:
Startkapital: 10.000 Euro
- 5.000 Euro Sparbrief
- 4.750,59 Euro SEB ImmoInvest
- 249,41 Euro Ausgabeaufschlag, welcher als Vergütung an die Volkswagen Bank geht.
Endkapital nach 12 Monaten:
- Sparbrief: 5.250,00 Euro bei 5,00 Prozent p.a.
- SEB ImmoInvest: 5.034,20 Euro bei unterstellten 5,97 Prozent p.a.
- Gesamt: 10.284,20 Euro
- Gesamtrendite: 2,84 Prozent pro Jahr
Sie bemerken den kleinen Unterschied zu den so augenscheinlich beworbenen Renditen von 5 Prozent pro Jahr beim Sparbrief und 5,97 Prozent pro Jahr beim Investmentfonds? Der Ausgabeaufschlag sorgt dafür, dass selbst bei durchschnittlichem Wertzuwachs der Anleger nach zwölf Monaten kaum mehr Geld aus dem Investmentfonds erlösen kann, als er investiert hat. Bei einer unterdurchschnittlichen Wertentwicklung ist die Gesamtrendite noch niedriger.
Die Gesamtrendite von 2,84 Prozent liegt gerade einmal auf dem Niveau, welches sich auch mit aktuellen Sparbüchern, Tages- oder Festgeldkonten erzielen lässt – und das ganz ohne Kursrisiko des Fondsanteils sowie Kosten wie dem Ausgabeaufschlag oder der Depotgebühren.
Fazit
Eine Grundregel solider Geldanlage lautet: je komplizierter ein Produkt, desto eher sollte es für den Anleger lauten: Finger weg, denn wer die Funktionsweise einer bestimmten Geldanlage nicht versteht, kann ihre Chancen und Risiken nicht richtig einschätzen.
Wir schätzen dieses Produkt so ein, dass es im Vergleich zur Direktanlage des gesamten Geldes auf einem Festgeldkonto oder Sparbrief keine nennenswerte Mehrrendite erwirtschaften – im Gegenteil, bei negativer Wertentwicklung des Fondsanteils sogar Verluste erzielen – kann, sich das höhere Risiko eines Fondsinvestments unterm Strich also überhaupt nicht bezahlt macht.
Wer Rendite von 2,50 bis 3,00 Prozent pro Jahr erzielen will, kann auch direkt zu Festgeld oder einem Sparbrief greifen und umgeht so Kursrisiken wie sie bei jedem Fonds auftreten. Darüber hinaus greifen bei Festgeld und Sparbriefen die Sicherungsmechanismen der gesetzlichen Einlagensicherung sowie der zusätzlichen Sicherungssysteme und -fonds.
Die DAB Bank bietet den SEB ImmoInvest übrigens über ihr eigenes Depotkonto mit 50 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag an. Kombiniert man das mit den ebenfalls direkt bei der DAB Bank gebotenen 2,00 Prozent pro Jahr aufs Tagesgeld, kommt folgende Wertentwicklung heraus:
Tagesgeld: 5.100,00 Euro
SEB ImmoInvest: 5.163,22
Gesamt: 10.263,22 Euro
Gesamtrendite: 2,63 Prozent
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