Steigendes Sicherheitsbedürfnis und Versicherungen statt Banken
Es geht ein Ruck durch Europa seit einigen Monaten. Die Finanzmarktkrise hat deutliche Spuren hinterlassen – in einigen Ländern der Euro-Zone sogar deutlichere als in Deutschland. Gerade Irland und Spanien wurden sehr angekratzt, nun ist auch Griechenland auf einem bitteren Weg – Staatsbankrott nicht ausgeschlossen.
Die Europäische Zentralbank musste deshalb heute bekannt geben: Die Sparquote in der Euro-Zone ist im Vergleich zum Jahr 2008 um 1,3 Prozent gestiegen. In Deutschland stieg die wirtschaftlich wichtige Quote zwar nur um 0,2 Prozent, dennoch zeigt sich weiter: Es wird mehr gespart – was dann der Wirtschaft durch den fehlenden Konsum wieder zu schaffen macht im Laufe der Zeit.
Worauf die Anleger nun jedoch möglicherweise mehr achten als vor Ausbruch der Finanzkrise ist die Sicherheit ihrer Geldanlagen. Während früher für viele die hohe Rendite entscheidend war für die Wahl einer bestimmten Anlageform, geht es nun möglicherweise um mehr Sicherheit. Mitgliedschaft im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken ist eine wichtige Frage dabei, eine andere die des garantierten Zinssatzes.
Gleichzeitig äußerte sich heute der Bundesverband mittelständischer Versicherungs- und Finanzmakler, BMVF, zu der Verlagerung der Geldanlagen. Gerade im Einmalbetragsgeschäft bei den Lebensversicherern zeichnet sich ein Wachstum ab. Was den Versicherungsunternehmen zu Gute kommt, auf der anderen Seite jedoch einen Vertrauensverlust der Anleger gegenüber den Banken bedeutet. “Das Vertrauen der Kunden gegenüber den Versicherern ist offenbar größer als gegenüber den Banken”, sagte dazu der Hans-Ludger Sandkühler vom BMVF in der „Financial Times Deutschland“.
Die Frage ist jedoch: Was will ich als Anleger? In wie weit geht es mir um die Rendite, wie wichtig ist für mich die Sicherheit einer Geldanlage? Und wo sind die besten Wachstumschancen?
Kapitalbildende Lebensversicherungen sind sich an sich nicht das Schlechteste – nur ist die Anlage hier, wie auch bei der Riester Rente, die wieder einmal wegen ihrer Kostenstruktur unter dem Beschuss heftiger Kritik steht, letztlich eine Frage der Kosten. Die Geldanlage als Festgeld und als Tagesgeld ist kostenlos. Und auch viele Anbieter von Aktiendepots sind mit ihren Preisen herunter gegangen, um Kunden anzulocken. Da ist die Frage: Bin ich bereit, für mein Sparverhalten auch noch Geld zu bezahlen, wo ich es doch anders kostenlos haben kann?
Sicher ist gerade für Familien eine Lebensversicherung eine wichtige Option, um Kinder und Ehepartner im Falle des schlimmsten Falles abzusichern. Doch hier sollte besser eine Risikolebensversicherung mit hoher Absicherung gewählt werden, die inzwischen günstig zu haben sind, anstatt einer teuren Kapitallebensversicherung mit einer niedrigeren Absicherung. Zwar steigt das Einmalgeschäft der Versicherer, aber ob sich diese Einmalanlage im Nachhinein auch bezahlt macht, sollte bereits im Vorfeld in Ruhe und vor allem gründlich berechnet werden. Dann mag eine bessere Alternative vielleicht ein gut verzinstes Festgeld sein, das langfristig angelegt wird, und ohne jede Kosten Jahr für Jahr garantierte Zinsen abwirft.
