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Lettische Parex-Bank verstaatlicht

Es wurde in den letzten Monaten viel geworben für die Bank aus Lettland, mit guten Zinsen und auch für Menschen, die woanders manchmal Schwierigkeiten haben, ein Konto zu eröffnen. Nun schauen die Kunden, nachdem sie ihr Festgeld auf der Bank angelegt hatten, nach Lettland und müssen sehen, dass die lettische Regierung die Parex-Bank inzwischen verstaatlicht hat.

Ähnlich wie bei der Kaupthing Bank, der deutschen Niederlassung der isländischen Kaupthing, müssen die Kunden nun um das Geld bangen, welches sie über den Betrag der lettischen Einlagensicherung hinaus angelegt hatten. Die Regierung Lettlands, die ihren Sitz in der Hauptstadt Riga hat, übernahm die Parex-Bank von zwei russischen Investoren, die lediglich einen Betrag mit symbolischem Wert erhielten.

Aber auch das Bruttosozialprodukt Lettlands ist im Sinken begriffen, die Finanzkrise hat nun auch dieses Land erreicht, und damit auch die Parex-Bank. Die zweitgrößte Bank des Landes konnte nur durch die Verstaatlichung vor dem endgültigen Kollaps gerettet werden. Nun liegen 51 Prozent der Anteile der Parex in der Hand der lettischen Regierung, die aber klarstellt, dass keine andere Bank im Land durch die Folgen der Kreditkrise gefährdet sei. Da es derzeit keine anderen Aussagen gibt, wird man diesem wohl bis auf weiteres Glauben schenken müssen.

Der symbolische Betrag, den Lettland an die beiden russischen Investoren, Vladimir Krasovitsky und Valery Kargin bezahlte, lag bei jeweils einem Lat, was umgerechnet im Moment etwa 1,41 Euro entspricht.

Zusätzlich zu den 51 Prozent werden 34 Prozent der Parex-Bank an die staatliche Hypothekenbank Lettlands überschrieben. Insgesamt geht es um Vermögenswerte in der Höhe von drei Milliarden Lat. Umgerechnet sind dies etwa 4,23 Milliarden Euro.

Wie die Kaupthing Bank, so hatte auch die Parex-Bank in Deutschland mit einer guten Verzinsung für ihr Festgeldangebot geworben und damit so einige Kunden an Land gezogen. Die genaue Anzahl ist noch nicht bekannt, doch nun beginnt das Bangen, wie viel an Geld man zurückbekommt und wie lange es dauert, bis zumindest die Einlagensicherung Lettlands tätig wird und die gesicherten Einlagen auszahlt.

Anders als bei der isländischen Kaupthing Bank, die eine Einlagensicherung von nur 20.887 Euro hat, liegt die Sicherung der Einlagen in Lettland bei 50.000 Euro. Alle deutschen Banken fallen übrigens unter die Staatsgarantie unserer Bundeskanzlerin, durch welche die kompletten Einlagen abgesichert sind.

Auch die Santander Consumer Bank – im Tagesgeldbereich durch ihr Santander Superkonto bekannt, zum Beispiel, die Großbank aus Spanien, ist Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V., und hat sich damit freiwillig verpflichtet, in diesen Fonds einzuzahlen, um die Einlagen ihrer Kunden zu sichern.

Nicht im Einlagensicherungsfonds sind die niederländische Credit Europe Bank oder die Vakifbank sowie die Denizbank mit Hauptsitz in Österreich, Gerade diese vier Geldinstitute werben derzeit mit besonders guten Zinsen für die Geldanlage in ihren Häusern. Hiervon sollte man, vor allem angesichts der Verstaatlichungen in Island und nun in Lettland besser die Finger lassen.

Realistisch betrachtet sind die höheren Zinsen nur der Risikoaufschlag, den man dafür bekommt, dass die Einlagen nur zu einem Teil abgesichert sind. Dies sollte man bei der Geldanlage immer bedenken und lieber auf Nummer Sicher als auf ein – momentan leider fast berechenbares – Risiko setzen. Daher finden Sie in unseren Vergleichen zum Thema Tagesgeld oder Festgeld auch fast ausschließlich Angebote inländischer Banken und bei Angeboten mit eingeschränkter Einlagensicherung wird ausdrücklich darauf hingewiesen.

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