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EZB-Leitzins bleibt auch weiter auf historischem Tief

Der Rat der Europäischen Zentralbank tagte – und ließ, wie gehabt, den Leitzins auf 1,00 Prozent. Nur wenige Worte waren es, mit denen die Bundesbank die Entscheidung der EZB gestern bekannt gab.

„Auf der heutigen Sitzung, beschloss der EZB-Rat, den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität unverändert bei 1,00 %, 1,75 % bzw. 0,25 % zu belassen.“

Festgeld Banner statischAlles andere konnte, oder sollte man sich wohl zumindest, denken. Eine Erhöhung der Leitzinsen der Notenbank der Euro-Zone wird frühestens für den Sommer erwartet und wird dann auch endlich wieder steigende Tagesgeldzinsen und Festgeldzinsen mit sich bringen. Dass der Ratspräsident jedoch einen schwächelnden US Dollar mit einer anderen Aussage stärken würde, war nicht voraussehbar gewesen.

Trichets Ansicht nach ist ein starker US Dollar wichtig. Die Folge war ein Umschwung auf dem Währungsmarkt, der USD gewann, der Euro verlor an Wert gegenüber der ehemals stärksten Währung der Welt.

Auch heute verliert der Euro weiter an Boden gegenüber dem US Dollar. Jean-Claude Trichet fällt damit, wenn man es realistisch betrachten möchte, seiner eigenen Hauswährung in den Rücken und stärkt eine andere Konjunktur.

mmer wieder hatte sich im Laufe der Amtszeit von Trichet gezeigt, dass seine Entscheidungen und Aussagen fern dem notwendigen wirtschafts- und finanzpolitischen Realismus war, der für sein Amt die Voraussetzung ist.

Doch die monatelange Verschleppung der Leitzinssenkung und eine Erhöhung des Leitzinssatzes in einer Zeit, in der ein geldmarktpolitischer Gegentrend wichtig gewesen wäre, war der EZB-Ratspräsident bereits ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Seine aktuellen Aussagen zum US Dollar fallen genau in eine Zeit, in der die Euro-Zone schon mit einem finanziell stark angeschlagenen Griechenland zu kämpfen hat. Ungünstiger hätte Trichet den Zeitpunkt nicht wählen können.

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