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Leitzins

Leitzinsen

Wer regelmäßig Wirtschaftsnachrichten liest oder entsprechende Fernsehsender schaut, wird Sprüche wie diesen kennen: „Die Sorge vor weiteren Leitzinserhöhungen belastete auch heute wieder den Finanzmarkt“. Doch was steckt hinter dieser Aussage und wieso sind steigende Leitzinsen in der Regel schlecht für den Aktienmarkt?

Als erstes einmal versteckt sich hinter dem Begriff "Leitzins" der Hauptrefinanzierungszins der Geschäftsbanken. Dieser gibt an, zu welchem Zinssatz Geschäftsbanken Zentralbankgeld zur Verfügung gestellt bekommen. Die zuständige Zentralbank für Deutschland ist dabei die Europäische Zentralbank - kurz EZB - und diese bestimmt eben diesen Hauptrefinanzierungszins, umgangssprachlich auch Leitzins genannt.

Steigende Leitzinsen bedeuten nichts anderes, als dass sich über lang oder kurz die Kosten der Unternehmen für die Aufnahme von Fremdkapital (Kredite, Darlehen etc.) verteuern. Steigende Finanzierungskosten bedeuten für Unternehmen in aller Regel, dass sich die Gewinne auf mittlere Sicht um diese höheren Kosten verringern werden. Da an der Börse zukünftige Bewertungen behandelt werden, schlagen sich höhere Finanzierungskosten und sinkende Gewinne der Unternehmen in einer Verlangsamung der Kursanstiege bzw. Kursrückgängen nieder. Alles in allem resultieren daraus seitwärts verlaufende oder fallende Aktienmärkte. Daneben lassen steigende Leitzinsen Zinspapiere und festverzinsliche Anlageformen wie Tagesgeld und Festgeld attraktiver gegenüber Aktien und Fonds werden.

Im Umkehrschluss bedeutet ein sinkender Leitzins auf mittlere Sicht geringere Finanzierungskosten der Unternehmen und damit höhere Unternehmensgewinne, was sich im allgemeinen in Kursanstiegen an den Börsen bemerkbar macht. Natürlich gibt es von diesen Entwicklungen auch Ausnahmen, also Phasen, in denen Marktzinsen und Unternehmenskurse gleichzeitig steigen oder fallen. In diesen Fällen spielen meist regionale oder globale Konjunkturaussichten oder besondere Ereignisse eine Rolle und führen zur Abkoppelung der Aktienmärkte von der Entwicklung der Leitzinsen.

Für uns als Europäer sind besonders die Zinsentwicklungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US Notenbank (FED) von Bedeutung. Die Entwicklung des Leitzinses der EZB seit 2000 stellen wir Ihnen nachfolgend einmal im Überblick dar:

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Quellen:

  • EZB
  • Federal Reserve Bank of St. Louis
  • Schweizerische Nationalbank
  • Bank of England
Quelle: EZB, Bank of England, SNB, Bank of Japan, Fed

Die Zinsschritte der EZB im Einzelnen:

Datum Hauptrefinanzierungszins
(Leitzinssatz)
Zinsschritt
in Prozentpunkten
03.02.2000 3,25 % + 0,25
16.03.2000 3,50 % + 0,25
27.04.2000 3,75 % + 0,25
08.06.2000 4,25 % + 0,50
31.08.2000 4,50 % + 0,25
05.10.2000 4,75 % + 0,25
10.05.2001 4,50 % - 0,25
30.08.2001 4,25 % - 0,25
17.09.2001 3,75 % - 0,50
08.11.2001 3,25 % - 0,50
05.12.2002 2,75 % - 0,50
06.03.2003 2,50 % - 0,25
05.06.2003 2,00 % - 0,50
06.12.2005 2,25 % + 0,25
02.03.2006 2,50 % + 0,25
08.06.2006 2,75 % + 0,25
03.08.2006 3,00 % + 0,25
05.10.2006 3,25 % + 0,25
07.12.2006 3,50 % + 0,25
08.03.2007 3,75 % + 0,25
06.06.2007 4,00 % + 0,25
03.07.2008 4,25 % + 0,25
08.10.2008 3,75 % - 0,50
06.11.2008 3,25 % - 0,50
04.12.2008 2,50 % - 0,75
15.01.2009 2,00 % - 0,50
05.03.2009 1,50 % - 0,50
02.04.2009 1,25 % - 0,25
07.05.2009 1,00 % - 0,25
07.04.2011 1,25 % + 0,25
07.07.2011 1,50 % + 0,25
03.11.2011 1,25 % - 0,25
08.12.2011 1,00 % - 0,25
05.07.2012 0,75 % - 0,25
02.05.2013 0,50 % - 0,25
07.11.2013 0,25 % - 0,25
05.06.2014 0,15 % - 0,10
04.09.2014 0,05 % - 0,10
Stand: 12.11.2019

Quelle: http://www.ecb.int

Zinsänderungen der EZB haben direkte und die der FED direkte Auswirkungen auf die einheimische Wirtschaft und die hiesigen Finanzmärkte. Daher schenken Anleger und Wirtschaftsexperten gleichermaßen den Zinsniveaus beider Zentralbanken besondere Bedeutung. Aufgrund der immer stärkeren Wirtschaftsdaten asiatischer Länder (Japan, China, Indien etc.) kommt aber auch dortigen Zinsentwicklungen eine immer höhere Bedeutung zu, wenngleich sich dortige Änderungen der Leitzinsen nur indirekt über Aktienkurse auf den hiesigen Markt durchschlagen. Wichtigster Indikator für uns Europäer sind die Leitzinsen der EZB. Nach ihnen richten sich auch die hiesigen Banken bei der Verzinsung von Tages- und Termingeldern, was insbesondere aufgrund der hierzulande immer weiter steigenden Beliebtheit von Tagesgeldkonten besonders wichtig ist.

Welche Zinsen Ihnen ausgewählte Banken derzeit aufs Tagesgeld bieten, zeigen wir Ihnen hier:

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Einen Überblick über aktuelle Konditionen und Zinsen für Termingeld, insbesondere Festgeld, finden Sie hier:

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